Neue Gasthermen: Worauf man beim Kauf achten muss | kurier.at

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Geschäft für Installateure: Alte Thermen werden sukzessive ersetzt.

© Nomad_Soul - Fotolia/Sergiy Tryapitsyn/Fotolia

EU-Vorschrift09/18/2015

Ab 26. September dürfen nur noch die teureren Brennwert-Thermen installiert werden.

vonIrmgard Kischko

Haushalte, in denen die Gastherme kaputt geht, müssen auf einen energiesparenden Ersatz umsteigen: Ab 26. September sind nur noch so genannte Brennwert-Thermen neu erhältlich. Die EU, die diese Umstellung in der Ökodesign-Richtlinie vorschreibt, will damit das Energiesparen vorantreiben.

Bis zu einem Drittel weniger Gas oder Öl brauchen die neuen Thermen und Kessel, sagt Christian Rubin, Vorsitzender der Vereinigung Österreichischer Kessellieferanten (VÖK). Die alten Heizwertkessel werden trotzdem noch lange in Verwendung bleiben. Denn Reparaturen und Ersatzteile sind noch auf viele Jahre hinaus erhältlich, versichern die Hersteller.

Energielabel

Beim Kauf eines Brennwertkessels, müssen sich Konsumenten auf ein paar Novitäten einstellen. Erstens wird deren Effizienz nicht mehr mit dem bisher üblichen Wirkungsgrad beziffert, sondern mit der "Raumheizungsenergieeffizienz", kurz Etas genannt. Diese muss einen Wert von zumindest 86 Prozent aufweisen. Zweitens müssen die Installateure die neue Heizung mit einem Energielabel versehen, das deren Effizienz – so wie von den Kühlschränken bekannt – mit Farben von rot D (höchst ineffizient) bis grün A+++(sehr energiesparend) auszeichnet.

Rauchfang erneuern

Und drittens muss meist auch der Kamin umgebaut werden. Die Brennwertkessel sind nämlich deswegen energiesparender, weil sie auch die Abwärme nutzen. Die Abgase kommen daher mit einer viel niedrigeren Temperatur von etwa 70 Grad in den Rauchfang als bei den bisherigen Thermen (etwa 110 Grad). Da die kühleren Abgase feuchter sind, muss in den Kamin ein Plastikrohr eingezogen werden. Die Nässe würde den Kamin versotten.

Sorgen von Verbrauchern, dass dieser Umbau hohe Zusatzkosten verursachen könnte, teilt Elisabeth Berger, Geschäftsführerin der VÖK, nicht. Eine gute Brennwert-Therme koste rund 5000 Euro, das Kamin-Rohr 500 Euro, sagt sie.

Ausnahme bei gemeinsamen Rauchfang

Ausgenommen von dem Pflicht zur Brennwert-Therme sind jene Mehrparteien-Häuser, die über nur einen Kamin verfügen. Da in diesem Fall die Abgase aller Thermen in denselben Rauchfang gehen, müssten alle Bewohner gleichzeitig ihre Geräte austauschen. Um das zu verhindern, dürfen die einzelnen Wohnungsinhaber weiterhin die herkömmlichen Thermen einbauen. In den Wiener Zinshäusern sind übrigens die Vermieter für die Thermen verantwortlich. Sie müssen den Austausch auch bezahlen. Die Mieter sind allerdings für die Wartung zuständig.

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( kurier.at ) | Stand: 09/18/2015, 17:06