Strom-Wahnsinn: Ist E-Auto fahren plötzlich teurer als Diesel oder Benziner?

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Strom-Wahnsinn: Ist E-Auto fahren plötzlich teurer als Diesel oder Benziner?
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  • Von deutschewhiskybrenner
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Inhaltsverzeichnis

Das E-Auto boomt. Denken vielen jedenfalls. Doch wie sehr lieben die Deutschen das Elektroauto wirklich? Wie eine aktuelle Studie zeigt, würden sich derzeit rund 15 Prozent beim Neuwagenkauf für ein E-Auto entscheiden. 2021 waren es noch 6 Prozent. Das Interesse steigt also. Dennoch würde fast die Hälfte (49 Prozent) nach wie vor zu einem Benziner oder Diesel greifen. Trotz steigendem Interesse hat das Elektroauto ein Problem: die explodierenden Strompreise. Doch wie teuer ist das Aufladen eines Stromer im Vergleich zur Tankfüllung eines Verbrenners?

E-Auto laden vs. Benziner und Diesel volltanken

Um das Ergebnis vergleichbar zu machen, haben wir für die Rechnung den VW Golf genommen, da es das Modell als Version mit Benzin– und Diesel-Motor sowie mit Elektromotor gibt. Die drei Modelle haben jeweils eine Leistung von 96 kW (Benziner), 110 kW (Diesel) und 100 kW (E-Auto). Zwar hat VW den e-Golf eingestellt. 2020 rollten aber noch Neuwagen vom Band. Wem der Vergleich zu sehr hinkt, der kann auch den VW ID.3 als E-Auto-Pendant zum Verbrenner-Golf nehmen. Mit einem Verbrauch von 19,3 kWh auf 100 Kilometer im Durchschnitt (ADAC) liegt der Verbrauch aber um einiges höher als der des e-Golf. Wir rechnen also mit einem Verbrauch von:

So viel kosten Strom und Sprit

Die Strompreise sind zuletzt kräftig gestiegen. Im Schnitt bezahlen Neukunden derzeit etwa 40 Cent pro Kilowattstunde. Bestandskunden kommen etwas günstiger davon. Doch auch Preise von 99 Cent/kWh und mehr sind keine Ausnahme. Das bedeutet: Wer sein E-Auto zu Hause an der Wallbox auflädt und keine Solar-Anlage auf dem Dach hat, bezahlt durchschnittlich 40 Cent pro kWh. Teurer wird es an Ladesäulen, wenn das E-Auto unterwegs nach Energie verlangt. Der Ladesäulen-Lade-Dschungel ist derzeit noch ziemlich unübersichtlich, wie unser Vergleich zeigt. Mal ist das Laden kostenlos, mal in einer Flatrate enthalten und ein anderes Mal verlangen Anbieter 79 Cent pro kWh. Für den Vergleich nehmen wir also einen Durchschnittspreis von 50 Cent/kWh an.

→ E-Autos des Jahres: Das sind die Preis-Leistungs-Sieger des ADAC

Strom-Wahnsinn: Ist E-Auto fahren plötzlich teurer als Diesel oder Benziner?

Und der Sprit? Ein Liter Diesel kostet derzeit im Schnitt etwa 1,60 Euro. Für einen Liter Superbenzin müssen Fahrer von Autos mit Otto-Motor aktuell durchschnittlich 1,72 Euro bezahlen.

So teuer sind 100 und 12.000 Kilometer

Der VW Golf in der Diesel-Version verbraucht 4,8 Liter auf 100 Kilometer. Bei einem Preis von 1,60 Euro pro Liter kosten 100 km demnach 7,68 Euro. Die Benzin-Variante des Golfs kommt auf einen Verbrauch von 6,1 l auf 100 km. Beim Preis von 1,72 Euro pro Liter kosten 100 km demnach 10,49 Euro. Und das E-Auto? Der e-Golf fährt mit einem Strompreis von 40 Cent/kWh und einem Verbrauch von 15,8 kWh auf 100 Kilometer vor. Somit kosten Fahrer des E-Autos 100 km genau 6,32 Euro. Bei einem Durchschnittspreis von 50 Cent pro kWh an der Ladesäule kosten 100 Kilometer exakt 7,90 Euro. Somit ist das Laden des e-Golf zu Hause noch günstiger als das Fahren eines Verbrenners. Wer aber statt den e-Golf den VW ID.3 in die Rechnung mit aufnimmt, fährt mit 7,72 Euro heute bereits teuer als mit einem Diesel-Golf.

Pro Jahr fährt jeder Deutsche im Schnitt rund 12.000 Kilometer. Rechnet man die Summen hoch ergeben sich folgende jährlichen Kosten:

Betrachtet man also nur die Kosten für das Aufladen beziehungsweise Auftanken, hat der e-Golf im Vergleich zu seinem Diesel- und Benziner-Pendant die Nase vorn. Der VW ID.3 wäre mit 926 Euro aber schon teurer als der Golf mit Diesel-Motor.

Zukunft von E-Auto und Verbrenner

Die steigenden Stromkosten sind für viele Autokäufer ausschlaggebend, ob das nächste Modell ein Verbrenner oder ein E-Auto wird. Schon heute sind Preis für eine Kilowattstunde von einem Euro beim Grundversorger keine Seltenheit. Wer sein E-Auto, um beim e-Golf als Beispiel zu bleiben, dann noch zu Hause lädt und keine Solaranlage hat, kommt bei 12.000 Kilometern im Jahr auf Kosten in Höhe von knapp 1.900 Euro. Das sind knapp 1.000 Euro mehr für das reine Auftanken des Elektrofahrzeugs als die Tankfüllung beim Diesel. Und das ist noch nicht alles. Dass die Strompreise weiter steigen werden, ist „so sicher wie das Amen in der Kirche„, erklärt uns ein Experte. Und die Spritpreise?

→ E-Auto: Davor fürchten sich die Deutschen beim Kauf besonders

Werden Diesel und Benzin in Zukunft wieder billiger? Nein, davon ist nicht auszugehen. Der Emissionshandel für Brennstoffe ist im Jahr 2021 mit einem CO₂-Preis von 25 Euro pro Tonne gestartet. Seit Anfang 2022 liegt er bei 30 Euro. Der Preis pro Liter Benzin und Diesel stieg damit um fast 8 Cent. Bis 2025 steigt der CO₂-Preis schrittweise auf 55 Euro je Tonne. Geht es nach den Grünen, soll der Preis je Tonne sogar auf 60 Euro steigen – und das innerhalb der nächsten 2 Jahre. Laut einer Studie müsse der Preis sogar auf 250 Euro je Tonne steigen, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen.

→ Benzin und Diesel immer teurer: Mit diesen 6 Tipps kannst du Sprit sparen

Das bedeutet: Die Preise für Diesel und Benzin werden sich in den kommenden Jahren deutlich erhöhen. Es ist realistisch, dass ein Liter Superbenzin in zwei bis drei Jahren 2 Euro kosten wird. Doch selbst wenn ein Liter Diesel 2 Euro kosten wird: Gegenüber dem E-Auto, das mit einem kWh-Preis von einem Euro geladen wird, liegen die Gesamtkosten mit 1.252 Euro pro Jahr immer noch deutlich niedriger.

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