Kreisbrandmeister: "Brandrauch riecht man im Tiefschlaf nicht"

Kreisbrandmeister: "Brandrauch riecht man im Tiefschlaf nicht"
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  • Von deutschewhiskybrenner
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Im Kinderzimmer der ausgebrannten Dachgeschosswohnung gab es laut Polizei nachumfangreichen Ermittlungen keine funktionsfähigen Rauchmelder, die Alarm hätten schlagen können.

Kreisbrandmeister: Rauchmelder kontrollieren

Der Kreisbrandmeister des Landkreises Heilbronn, Bernd Halter, würde sich wünschen, dass Bürger Rauchmelder in ihren Häusern und Wohnungen kontrollieren oder eventuell neu anbringen, gerade jetzt vor den Weihnachtstagen.

In Baden-Württemberg gibt es seit Ende 2014 eine gesetzliche Pflicht zur Anbringung von Rauchmeldern in Räumen, in denen Menschen schlafen. Für den Einbau sind bei Neubauten die Bauherren verantwortlich. Bei bestehenden Gebäuden müssen sich die Eigentümer um den Einbau kümmern. Die Verpflichtung der Eigentümer erstreckt sich gegebenenfalls auch auf den Austausch nicht mehr funktionstüchtiger Rauchwarnmelder durch neue Geräte.

Wer ist für das Funktionieren verantwortlich?

Dass die Rauchmelder funktionieren, also auch betriebsbereit sind, dafür muss der unmittelbare Besitzer Rechnung tragen, es sei denn, der Eigentümer übernimmt diese Verpflichtung selbst.

Kreisbrandmeister:

Bei Mietwohnungen liegt es also in der Regel in der Verantwortung der Mieterin oder des Mieters als Wohnungsbesitzerin oder -besitzer, zum Beispiel einen Batteriewechsel an den Rauchwarnmeldern rechtzeitig durchzuführen.

Elektromeister: Rauchmelder müssen geprüft werden

Fabian Thalacker ist Elektromeister und selbst Feuerwehrmann in Neuenstein (Hohenlohekreis). Er führt Prüfungen von Rauchmeldern in Gebäuden durch und baut die Geräte auch ein. Zwar seien Rauchmelder in Wohnungen und Häusern gesetztlich vorgeschrieben, eine regelmäßige Kontrollpflicht gebe es aber nicht.

Der Rauchmelder-Experte empfiehlt, etwa einmal im Monat die Prüftaste des Rauchmelders zu drücken. Einmal im Jahre mache es auch Sinn, die Rauchmelder von einer Fachfirma prüfen zu lassen. Der Elektromeister geht hier von Kosten in Höhe von vielleicht 40 Euro pro Wohnung aus.

Rat vom Experten: Rauchmelder mit verbautem Akku

Fabian Thalacker rät beim Kauf eines Rauchmelders zu Geräten mit einem fest verbauten Akku. Diese Rauchmelder würden nach Aktivierung zehn Jahr lang funktionieren. Danach müssten diese komplett getauscht werden. Ein derartiges Gerät bekomme man für etwa 30 Euro im Handel.

Rauchmelder mit Batterien zum selbst wechseln bergen aus seiner Sicht die Gefahr, dass das Gerät möglicherweise nicht mit so einer Kombination geprüft worden sei. Bei fest verbauten Akkus hingegen sei eine Gewährleistung des Herstellers gegeben.

Wenn der Experte in Wohnungen Rauchmelder überprüft, erlebt er mitunter auch immer wieder Überraschungen. Wenn ein piepsender Rauchmelder etwa in der Küche nerve, werde er von manchen Menschen einfach abgeschraubt und in die Schublade verbannt.

Die Feuerwehren weisen immer wieder darauf hin, welche Gefahren von Brandrauch ausgeht. Tödlich ist bei einem Brand demnach in der Regel nicht das Feuer, sondern der Rauch. Und Ursache für Brände seien im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht nur Fahrlässigkeit: Sehr oft würden technische Defekte Brände auslösen, die ohne vorsorgende Maßnahmen wie Rauchmelder zur Katastrophe führen könnten, gerade in der Nacht.