Abendbrot in Deutschland: Warum isst man abends kalt?

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Abendbrot in Deutschland: Warum isst man abends kalt?
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  • Von deutschewhiskybrenner
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Schielt man zu unseren Nachbarn nach Frankreich oder in die Länder des Südens wie Italien oder Griechenland, biegen sich dort am Abend die Tische mit warmen und kalten Leckereien. Abendessen wird dort frühestens ab 20 Uhr eingeläutet. In Italien ist es nicht unüblich, dass man sich um 22 Uhr zur Cena (italienisch für Abendessen) verabredet.

Mittags warm, abends kalt

Beim traditionellen Abendbrot in Deutschland, das zwischen 17 Uhr und 19 Uhr, serviert wird, isst man Brotscheiben. Die sollten idealerweise 8 Millimeter dick sein, darauf kommt Butter, Aufschnitt und Käse. Das klingt erstmal langweilig, aber Deutschland hat über 300 Brotsorten. Genauso sieht es bei der Wurst aus: Es gibt Jagdwurst, Leberwurst, Gelbwurst, Schinken, Salami und viele weitere Wurstprodukte.

Weniger exotisch sind die Käsesorten: Gouda, Tilsiter und Butterkäse sind die Sorten, die am häufigsten beim Abendbrot verspeist werden. Manch einer dekoriert sein Brot mit Gurken, Gewürzgurken, Radieschen oder einem gekochten Ei. Die Norddeutschen essen auch gern eingelegten Bismarckhering dazu, im Süden wird Wurstsalat gereicht.

Der Brauch am Abend kalt zu essen stammt aus den 1920er Jahren. Im Gegensatz zu den ländlichen Strukturen in Frankreich und in Italien haben sich in Deutschland Industriezentren entwickelt. In den Fabriken wurden schnell Kantinen eingeführt. Weil die Arbeiter am Mittag warm essen, brauche sie abends nicht mehr zwangsweise eine warme Mahlzeit. Auch, weil die Arbeit dank der Technisierung körperlich nicht mehr so anstrengend ist. Also macht man es sich am Abend einfach. Eine Scheibe Brot, die je nach Belieben belegt wird. Noch eine Kuriosität: Traditionell wird Abendbrot nicht von Tellern, sondern von Brettchen gegessen. Die eignen sich durch ihre flache Form besser zum Belegen von Broten.