Wohnen auf Zeit: Flutopfer aus der Eifel kämpfen um ihr Zuhause

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Wohnen auf Zeit: Flutopfer aus der Eifel kämpfen um ihr Zuhause
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  • Von deutschewhiskybrenner
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Stand: 03.11.2021, 15:23 Uhr

Das Ehepaar Klein lebt seit drei Monaten in einer Ausweichunterkunft in Hellenthal, weil die Flut ihr Haus stark beschädigt hat. Der Alltag verlangt ihnen viel ab.

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"", sagt Harald Klein, wenn man ihn auf die Flut anspricht. Vor drei Monaten hat das Hochwasser sein Haus in Schleiden-Gemünd so stark getroffen, dass es derzeit unbewohnbar ist.

Tägliches Pendeln zur Baustelle

Nach Schätzungen der Stadt Schleiden hat das Hochwasser mehr als 100 Objekte, vor allem Wohnhäuser, im Stadtgebiet Schleiden so stark zerstört, dass sie nicht mehr in Stand gesetzt werden können. Doch das Ehepaar Klein hat Glück: Ihr Haus kann renoviert werden. Dafür pendelt Harald Klein fast täglich 20 Kilometer zur Baustelle. Freunde stellten dem Ehepaar für die Bauzeit kostenlos ein Haus zur Verfügung. Statt auf 130 leben die Kleins nun auf 60 Quadratmetern in Hellenthal.

Für Nicole Klein ist das derzeitige Wohnzimmer zugleich Schlafzimmer und Wäscheraum.

Harald Klein kümmert sich neben seinem Beruf als Lkw-Fahrer die meiste Zeit um seine pflegebedürftige Frau, die im Rollstuhl sitzt. , erzählt der 59-Jährige. In der Ausweichunterkunft musste er am Hauseingang in Hellenthal erstmal eine Rampe bauen. Nebenbei organisiert er die gesamten Baumaßnahmen am zerstörten Haus. Er holt Angebote für Fenster ein, bestellt den Heizungsinstallateur und füllt Förderanträge aus. Zwischendurch bringt er seine Frau zur Toilette. , gesteht er. Er selbst leidet an einer Lungenkrankheit und muss regelmäßig selbst zum Arzt.

Freunde helfen

Kraft geben ihm im Moment vor allem die Gespräche mit Freunden und die anhaltende Hilfsbereitschaft.Das will er in seinem Pelletofen auf der Baustelle in den kommenden Monate verheizen, denn im Moment trocknet der Putz. , weiß er. Die Baumaßnahmen werden noch Monate dauern.

Nur ein paar Wertgegenstände konnte das Paar aus der Flutnacht retten

Wenn Harald Klein zur Ruhe kommt, wird ihm oft bewusst, was ihm das Wasser in der Flutnacht alles genommen hat.

Ziel vor Augen

Doch für Trauer bleibt keine Zeit. Ende November kommen die Besitzer der Ausweichunterkunft von einem Auslandsaufenthalt wieder zurück. Dann muss er mit seiner Frau sein Zwischendomizil räumen und in ein Mietshaus ziehen.

Ab Dezember muss er monatlich 500 Euro Miete für das Haus in Dahlem aufbringen. Geld, das dem Ehepaar Klein wieder für den Neustart im kaputten Haus fehlen wird. Denn die Kosten für die Renovierung des flutgeschädigten Hauses sind enorm. Allein die Heizung wird um die 10.000 Euro kosten. Klein hofft auf eine großzügigeWiederaufbauhilfe. Sein langfristiges Ziel hat Harald Klein allerdings jetzt schon vor Augen: Nächstes Jahr Weihnachten soll im eigenen Haus, in Schleiden-Gemünd, wieder ein Weihnachtsbaum stehen.

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Lokalzeit extra: Helfen im Flutgebiet. Lokalzeit. 14.10.2021. 44:29 Min..UT. Verfügbar bis 14.10.2022. WDR. Von Britta Schwanenberg.